Eva Maria Kollischan - Untitled
Eva-Maria Kollischan - untitled, 2010, acrylic on canvas, 200 x 140 cm

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In den neuesten Bildern, Wandmalereien und Installationen der Künstlerin Eva-Maria Kollischan steht das Verhältnis von Konstruktion und Dekonstruktion im Vordergrund. Während ihre früheren Arbeiten zumeist mit einer filigranen, beinahe zarten Formensprache überzeugen, die offen für Assoziationen ist, treten nun zunehmend rohe, provisorisch wirkende Aspekte auf. In der oft pastos anmutenden Farbigkeit ihrer Malerei werden verstärkt architektonische Fragmente oder auch architektonische Interpretationen sichtbar. Nur noch in Grundzügen erkennbar lösen sich die Raumkonstrukte von ihrer ursprünglichen und ureigenen Funktionalität – ohne aber ihre Herkunft zu leugnen. Die Künstlerin changiert zwischen Vorstellung und Wirklichkeit, bewegt sich dabei in einer Art Schwebezustand. Spiel und Illusion haben weiterhin einen festen Platz in ihrer Arbeit. Insbesondere aber in ihren raumgreifenden Installationen nehmen Klarheit und Struktur in ihrer Präsenz zu. Sie thematisieren Vergänglichkeit sowie die Möglichkeit des Scheiterns. Empfindung, Erinnerung und die subjektive Wahrnehmung von Wirklichkeit werden nun durch die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer strukturierten Welt ergänzt. Gleichzeitig wird aber auch die Strukturierung selbst in ihrer Uneindeutigkeit und eventuellen Unmöglichkeit zum Thema gemacht.

 

The most recent paintings, drawings and installations of Eva-Maria Kollischan focus on the relationship between construction and deconstruction. While her early works exhibited delicate, frail stylistic elements, which are opening a space for associations, in her current works rough, provisory elements gain importance. The often pastel colours of her paintings are supplemented with architectural fragments and -interpretations. The constructed spaces, which are only visible in skeletal elements, emancipate themselves from their innate function – without denying their origin.
Kollischan’s works oscillate between imagination and reality but remain in a floating state. Illusion and playful elements still have their place in her works. However, especially in the large-scale installations, clear structures gain importance. The installations deal with transience and the possibility of failure. Sentiments, memory, and subjective perception are complemented with questions on the significations of an increasingly structured world. At the same time this structuring process itself, in its unclear ambiguity and eventual impossibility, becomes a topic.