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...BUT THE GODS - FLORIAN HEINKE

12.  September - 31. October 2015

... BUT THE GODS, der Titel, den Florian Heinke seiner Ausstellung voranstellt, könnte auch eine aktuelle Headline eines politischen Artikels einer internationalen Zeitung sein. Spielen doch Themen wie die Vorbestimmtheit durch unanwendbarer Kräfte - seien es Schicksal oder Gott - aber auch die Frage nach der Fähigkeit und dem Willen des Menschen zur Selbstbestimmtheit in unterschiedlichen politischen Kontexten heute einmal mehr eine zentrale Rolle. 

Und in der Tat ist dieser Bezug des Ausstellungstitels zur gesellschaftspolitischen Realität nicht zufällig. Heinke nutzt in seinem Werk Sprache ebenso wie die von ihm komponierten Bildmotive als Ausdruck gesellschaftlicher Verfasstheit. Seine Bilder sind das Kondensat seiner Beschäftigung mit den politischen, kulturellen  und individuellen Befindlichkeiten innerhalb unserer westlichen Gesellschaft.

Und auch die Entscheidung, in seiner Serie "When Time Sleeps" ganz auf Sprache zu verzichten, ist daher als bewusste Setzung zu verstehen. Die sehr räumlich und delikat ausgearbeiteten Motive dieser Serie, von denen einige großformatige Arbeiten auch in der Ausstellung zu sehen sind, halten Momente des inneren Rückzugs, Augenblicke von Zeitlosigkeit fest. Die Welt bleibt außen vor - so scheint es, doch es ist immer auch die Ruhe vor dem Sturm.

Ganz gezielt setzt Heinke diese virtuos in der Alla-Prima-Technik gemalten Bilder, die in ihrer Präzision kaum glauben lassen, dass sie allein mit schwarzen Acrylfarbe auf unbehandelter Leinwand gesetzt sind, in der Ausstellung neben plakativere, meist mit Sprache arbeitende Bilder.

Gerade auch im Nebeneinander der verschiedenen Bildtypen wird deutlich, wie gezielt Heinke verschiedene malerische Mittel einsetzt, um seine gesellschaftlichen Beobachtungen zu kommunizieren.  Dabei weckt er mit seiner Malerei beim Betrachter entweder Sehnsüchte und Begehrlichkeiten oder beschreitet den Weg direkter Konfrontation. Immer setzt er dabei jedoch auf die emphatische Kraft von Malerei um uns mit seinen Bildern zu berühren.

 ... BUT THE GODS, the title of Florian Heinke´s recent exhibition, might be as well the headline of a political article in an international newspaper. Predestination through undefined forces be it fate or god and the question of humans ability to self-determine faced with different political contexts, still play a central role today. Indeed the exhibition title is not a coincidence, rather a response to the current social political reality.

Heinke’s usage of language as well as the motifs that compose his paintings are pure expressions of the social condition. His paintings are the condensate of his preoccupation with the political, cultural and human condition within the western society. Heinke’s decision in  the series "When Time Sleeps" to abandon entirely language, is therefore to be understood as a deliberate reduction. The very spatially and delicately elaborated motives of this series - some of these large-format works can also be seen in the exhibition - resemble moments of inner withdrawal, timeless moments. The world is left behind - so it seems, but it is the calm before the storm.

Heinke creates quite intentionally his precise paintings using this alla-prima technic, making it difficult to believe that they are realized only by applying black acrylic painting on untreated canvas.
Especially in the exhibition context where the different types of images are displayed next to each other, it becomes possible to distinguish the different painting technics he uses to communicate his observations. Heinke believes in the emphatic power of painting and in the possibility to touch us with his works, awakening in the viewer the feelings of longing and desire and opening the way to a direct confrontation.