Untitled, 1994-2008, mixed technique on wood, 152 x 210 cm

Das Werk des Künstlers Igor Sacharow-Ross ist geprägt durch den Syntopie-Begriff, der durch den Hirnforscher Prof. Ernst Pöppel eingeführt wurde. Er bezeichnet die Zusammenführung von Disziplinen, die als abstrakte „Orte“ aufgefasst werden. Der  interdisziplinäre Brückenschlag zwischen Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ermöglicht die Erschließung neuer Erkenntniswege. In diesem Sinne gehen Sacharow-Ross’ Bilder und Installationen über ästhetische Kategorien hinaus, sie reflektieren gesellschaftliche oder ökologische Fragestellungen und entwickeln über die transdisziplinären Schnittstellen eine vielschichtige Sprache. Zeichnung, Malerei, Fotografie, Video, Skulptur, Ritual, Musik, Licht und vorgefundene Objekte werden miteinander kombiniert. Jedes Element formuliert eine autonome Aussage und ist gleichzeitig Teil einer größeren Einheit. Wie Joseph Beuys als „mystischer Anarchist“ ist auch Igor Sacharow-Ross der Überzeugung, dass Kreativität die Grundlage des Lebens ist. Seine Raumcollagen sind daher nur dann lesbar, wenn der Betrachter das Gesehene mit eigenen Vorstellungen und Erfahrungen verbindet und in immer neue Sinnzusammenhänge „überführt".

The work of Igor Sacharow-Ross is strongly affected by the concept of “Syntopie”, which was developed by the neuroscientist Ernst Poeppel. This concept describes the integration “abstract spaces” of different fields of knowledge. The interdisciplinary connection of art, science, economy, and politics allows for the exploration of new ways in the production of knowledge. Following this integrated concept, the works of Sacharow-Ross cannot be understood in a purely aesthetic way. They reflect social and ecological issues and, through the trans-disciplinary connections, open a multi-faceted horizon. In the works drawing, painting, photography, video, sculpture, rituals, music, light, and found objects are combined. Every single element forms a statement and at the same time can be read in larger context. Like the “mystic anarchist” Joseph Beuys, Igor Sacharow-Ross is convinced that creativity is the basis of life. His installations can only be deciphered when the viewers link the exhibited objects with their own realm of experience and imagination and transfer them into new contexts.